St. Joh.Nepomuk Hövelhof

Wie einst alles begann…

 

Der Heilige Johannes Nepomuk

Johannes wurde um 1350 im böhmischen Ort Nepomuk als Sohn des dortigen Stadtrichters geboren. Schon früh trat er in den Dienst der Kirche, zunächst als Jurist, später als Priester. Die Priesterweihe erhielt er im Jahre 1380. Bereits neun Jahre später war er als Generalvikar engster verantwortlicher Mitarbeiter des Erzbischofs.

Dadurch wurde er bald Opfer der vielschichtigen Auseinandersetzungen zwischen dem als misstrauisch und jähzornig beschriebenen König Wenzel IV. und dem Prager Erzbischof Johannes von Jenzenstein. So nimmt man an, dass des Königs Wut den höchsten Verwaltungsbeamten seines Widersachers traf, da dieser nicht dem Adel angehörte, sondern als klösterlicher Grunduntertan geboren war. Das Kloster Nepomuk gehörte zu Wenzels Gütern. Somit war Johannes sein Untertan.

In der Nacht vom 20. auf den 21. März des Jahres 1393 wurde Johannes im grausamen Verhör gefoltert und schließlich getötet. Der König selbst erniedrigte sich dabei zum Henkersknecht, indem er mit eigenen Händen dem Gefangenen Pechfackeln in die Seite stieß. Der urkundliche Bericht des Erzbischofs an den Papst schließt mit den Worten „…wurde der ehrwürdige Doktor Johannes, mein geistlicher Vikar, in aller Öffentlichkeit durch die Straßen und Gassen der Stadt zur Moldau geschleppt und dort…. von der Prager Brücke hinabgestürzt und ertränkt.“ Worum es in diesem qualvollen Verhör ging, ist nicht auszumachen. Johannes hat sein Geheimnis mit in den Tod genommen.

Wir dürfen in ihm einen Verteidiger der Freiheit und der Rechte der Kirche gegenüber den Eingriffen königlicher Gewalt und den Hüter des Amtsgeheimnisses sehen. Erst 40 Jahre nach seinem Tod wird von seinem Martyrium für die Wahrung des Beichtgeheimnisses als Beichtvater der Königin gesprochen.

Es darf schon als außergewöhnlich bezeichnet werden, dass die 1.Pfarrkirche Hövelhofs bereits im Jahre 1706, 15 Jahre vor der offiziellen Seligsprechung dem „seligen Johannes Nepomuk“ geweiht worden ist. Die Heiligsprechung erfolgte im Jahre 1729. Die Hövelhofer Kirchengemeinde erwarb 1797 echte Reliquien des Heiligen. Sein Festtag ist für den 16. Mai festgesetzt. An dem auf den 16. Mai folgenden Sonntag feiert die Pfarrgemeinde traditionell das Patronats- und Pfarrfamilienfest.

 

Der Lebenslauf unseres Pfarrpatrons

Um 1350 In Nepomuk (Pomuk) geboren. Sein Vater, namens Welfin, war dort Stadtrichter und wahrscheinlich Bürgermeister
1370 Kleriker der Prager Diözese und öffentlicher Notar des erzbischöflichen Haushaltes
1373 Protokollführer beim erzbischöflichen Gericht
1377 Vorstand der Vikariatskanzlei
1380 Priesterweihe, Altarist im Prager Veitsdom, Pfarrer von St. Gallus in der Prager Altstadt
1380 Juristisches Studium an der Universität Prag
1381 Lizenziat des Kirchenrechts
1383 Studium an der Universität Padua
1386 Studentenrektor der „Ultramontani“, der Nichtitaliener in Padua
1387 Doktor des Kirchenrechts in Padua und Prag, Kanoniker von St. Ägydien in Prag
1389 Kanoniker am Wischehrad und Generalvikar des Prager Erzbischofs Johannes von Jenzenstein
1390 Erzdiakon von Saaz und Kanoniker von St. Veit in Prag
1393 In der Nacht vom 20. auf den 21. März auf Befehl König Wenzels IV. (1361-1419) gefesselt in die Moldau geworfen und ertränkt; der Leichnam im Veitsdom begraben
1721 Seligsprechung am 31. Mai
1729 Heiligsprechung am 19. März