Göke: Anders als geplant

40-jähriges Priesterjubiläum

Ostenland/Boke. „Ich war sehr gerührt, dass so viele Menschen da waren, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte“, sagt Pastor Martin Göke. Anlässlich seines 40. Priesterjubiläums zelebrierte er an seinem „Feiertag“, dem 24. Mai, die Heilige Messe in der St. Joseph-Kirche in Ostenland.

Eigentlich war alles ganz anders geplant. Aber die Corona-Pandemie hat auch sein Jubiläum beeinflusst. Und statt mit lieben Gästen gemeinsam im Bürgerhaus in Boke zu feiern, blieb ihm „nur“ die mit Abstand zu den Gläubigen zu feiernde Messe. „Wie schade, wo doch mein Jubiläum in diesem Jahr ausgerechnet auf einen Sonntag fiel, an dem so mancher Gast sicher Zeit gehabt hätte“, fasst Göke zusammen. „Vor 15 Jahren“, sagt er, „war es noch anders: Da waren das Pfarrhaus und die Boker Kirche festlich geschmückt.“ 

Dem Anlass entsprechend, trug Martin Göke ein besonderes, geschenktes Gewand: „Es ist mit Brot, Ähren und Weintrauben bestickt, Symbolen der heiligen Messe, der Mitte unseres Tuns. Ich trage es immer an meinem Weihetag. Ganz gleich, welches Jubiläum ich begehen kann: Jeder Tag, an dem sich meine Primiz jährt, ist mir wichtig. Auch in ungeraden Jahren“, fügt er lachend hinzu.

Martin Göke ist „Spätberufener“. Er hat zehn Jahre bei einer Bank gearbeitet, im Abendstudium das Abitur nachgeholt und von 1973 bis 1978 Theologie in Paderborn und Freiburg studiert. Am 10. Febr. 1979 wurde er zum Diakon und am 24. Mai 1979 im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Dr. Degenhardt zum Priester geweiht. Seine Wirkungsstätten waren Hagen (St. Joseph), Drolshagen und Buke (hier auch als Regionalvikar), Lage und zuletzt Boke, Anreppen und Bentfeld. Am 31.12.2016 trat er in den Ruhestand.

„Gern hätte ich in diesem Jahr mein Priesterjubiläum mit Freunden und Verwandten gefeiert“, so Göke.

Aber er konnte nach der Messe viele Gratulationen entgegennehmen. „Pfarrgemeinde, Schützen aus Ostenland und sogar Vertreter der Kita konnte ich begrüßen“, erinnert er sich gerne. Natürlich waren auch Gratulanten aus seinen Lippedörfern anwesend. Denn Boke mit Anreppen und Bentfeld waren als Pfarrer ja sein Wirkungsbereich. „Besonders habe ich mich auch über die Vertreter des Diözesanvorstandes der Schützen, gefreut.“ Martin Göke, dessen Liebe nach der Gemeinde vor allem den Schützen gilt, ist traurig, dass auch andere ihm wichtige Feiern in diesem Jahr ausfallen, so die Schützenfeste, das Kreisschützenfest in Boke oder der Diözesanjungschützentag in Mantinghausen. Als Präses des Diözesanverbands Paderborn im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, als Präses für den Schützenbezirk und Jungschützenbezirk Büren oder als Präses in Mantinghausen ist er immer unterwegs.

Was er sich mit 73 Jahren, auch in Corona-Zeiten, nicht nehmen lässt, sind die Krankenbesuche. Göke: „Alle vier Wochen bin ich an drei bis vier Tagen unterwegs. Es ist ein gutes Gefühl, gerade jetzt, unter den Menschen zu sein und Trost zu spenden.“

Foto: Wolfgang Hansjürgens