Information zur Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste:

Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden unseres Pastoralverbundes!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Nachdem in Absprache der Religionsgemeinschaften mit den staatlichen Stellen unter Beachtung der geltenden Regeln eine Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste in beschränktem Maß möglich ist, werden wir gemeinsam mit den drei weiteren Pastoralverbünden im Dekanat Büren-Delbrück zum 9./10. Mai auch hier bei uns damit beginnen, in einem sehr eingeschränkten Rahmen öffentlich Gottesdient zu feiern.

Mir ist der Schmerz vieler Gläubiger in diesen letzten Wochen ohne öffentliche Gottesdienste, ohne die gewohnte Gebets- und Gottesdienstgemeinschaft in unseren Kirchen sehr bewußt; ebenso die Sehnsucht danach, vor allem auch die Sehnsucht nach dem Empfang der Eucharistie. Und auch wir Priester leiden unter dieser Situation. Allen Beteiligten ist aber auch die hohe Verantwortung bewußt, die wir in dieser Situation tragen.

Mir persönlich ist es ein ganz wichtiges Anliegen deutlich zu machen, dass wir mit der Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste in keinster Weise zu einer Normalität gottesdienstlichen Lebens zurückkehren, sondern für eine noch nicht abzusehende Zeit mit einem Provisorium werden leben müssen, das uns allen viel abverlangt, in dem sich ständig etwas verändern kann und in dem wir dauerhaft Lernende und vermutlich auch Leidende sein werden, weil so vieles ungewohnt, herausfordernd, vielleicht sogar ein wenig seltsam anmuten wird. 

Ein Gottesdienst unter Corona-Bedingungen wird anders sein! Es wird für lange Zeit nicht mehr so sein, wie wir es gewohnt waren und es uns auch wieder wünschen. Grundlage aller Überlegungen muß sein, dass jede gottesdienstliche Feier so gestaltet ist, dass sie einerseits würdig ist, andererseits aber die Gefahr der Ansteckung mit dem Corona-Virus vermieden wird.

Ich selbst bin momentan sehr zwiegespalten: Auf der einen Seite freue ich mich, mit Ihnen physisch beieinander Gottesdienst feiern zu können, auf der anderen Seite bleibt in mir die Frage, wie wir unter den derzeitigen Bedingungen freudig, würdig und heilsam Gottesdienst feiern und die hl. Kommunion empfangen können, möglichst ohne die Risikogruppen dabei auszuschließen. Der geistliche Mitvollzug der Eucharistiefeier muß lebbar sein. – Es bleibt wohl eine Gratwanderung!

Die Verantwortlichen in unserem Pastoralverbund haben sich intensiv mit diesen Fragen und mit den geltenden Rahmenbedingungen beschäftigt, um ein möglichst klares und eindeutiges Konzept entwickeln zu können. Dankbar bin ich, dass uns dabei die Ordnungsämter der Stadt Delbrück und der Gemeinde Hövelhof aktiv unterstützt haben. Dankbar bin ich allen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen, die sich dieser großen Herausforderung stellen und am je eigenen Ort dafür sorgen, dass wir in einem sicheren und würdigen Rahmen Gottesdienst feiern können. 

Unsere Entscheidungen und Regelungen sind und bleiben abhängig von den Rahmenbedingungen, die uns seitens der staatlichen Stellen und des Erzbistums gegeben werden. Deswegen stehen unsere Regelungen immer unter Vorbehalt, da wir noch weit weg sind von einer Normalität im gesellschaftlichen und kirchlichen Leben. Die Zeit bis Ende Mai gilt zunächst als Erprobungsphase!

Ich bitte Sie alle um Ihr Verständnis und eine Mitgehbereitschaft; manchen geht es zu langsam, anderen zu schnell. Es braucht viel Verständnis und Geduld auf allen Seiten!

Ich möchte Ihnen jetzt einige wichtige Rahmenbedingungen nennen, Informationen geben und auch Bitten äußern:

  • Die Live-Stream-Übertragung des Sonntagsgottesdienstes aus Sudhagen gibt es auch weiterhin. Auf weitere Angebote der Gottesdienstübertragung – auch im Fernsehen – wird an anderer Stelle in diesem Info-Brief hingewiesen.
  • Gläubigen, die einer Risikogruppe angehören, wird empfohlen, verantwortlich abzuwägen und zu entscheiden, ob eine Teilnahme am Gottesdienst in der Kirche sinnvoll ist; die Teilnahme am Gottesdienst geschieht auf eigene Verantwortung! Das Sonntagsgebot bleibt weiterhin vorerst ausgesetzt.
  • Bitte haben Sie Verständnis, wenn in den nächsten Wochen manches holperig anlaufen wird und bitte haben Sie auch Verständnis, wenn Sie nicht immer am gewünschten Gottesdienst teilnehmen können! Gerade unserer Sekretärinnen und auch der Ordnungs- und Empfangsdienst haben in den nächsten Wochen keine immer einfache und angenehme Aufgabe. 
  • Den Rahmenbedingungen des Erzbistums folgend und in Absprache innerhalb des Dekanates beginnen wir zunächst mit der Feier der Gottesdienste an den Sonn- und Feiertagen. Nach den dabei gesammelten Erfahrungen wird zu gegebener Zeit über eine Ausweitung der Gottesdienste auf die Werktage und auf andere Gottesdienstformen entschieden.
  • Zunächst werden die Gottesdienste nur in den großen Kirchenräumen gefeiert: Delbrück, Hövelhof, Ostenland und Westenholz. Hier können wir die größtmögliche Zahl an Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern aufnehmen, hier sind die Rahmenbedingungen (z.B. Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern – auch beim Betreten und Verlassen der Kirche und beim Kommuniongang) ohne große Probleme erfüllbar. An der Nutzung weiterer Kirchenräume wird gearbeitet.
  • Da die Zahl der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher begrenzt ist (Delbrück: 69 Personen; Hövelhof: 90 Personen; Westenholz: 56 Personen; Ostenland: 76 Personen), bedarf es einer namentlichen Anmeldung in den Pfarrbüros für jeden einzelnen Gottesdienst. Dabei ist auch zu benennen, ob Sie als Einzelperson, als Ehepaar oder Familie den Gottesdienst mitfeiern (diese Information ist für die Festlegung der Sitzplätze unter Einhaltung des Mindestabstandes wichtig!). Diese Anmeldung wird nur für den jeweils kommenden Samstag und Sonntag entgegengenommen. Für jeden Gottesdienst wird eine „Teilnehmerliste“ erstellt, die vom Ordnungs- und Empfangsdienst am Kircheneingang kontrolliert wird (der Zugang zur Kirche ist auf maximal zwei Eingänge beschränkt); Zugang zum jeweiligen Gottesdienst erhalten nur namentlich angemeldete Personen! Mit dem Beginn des Gottesdienstes endet die Zugangsmöglichkeit! Um eine eventuelle Infektionskette nachverfolgen zu können, werden diese Listen 14 Tage aufbewahrt. Mit Ihrer Anmeldung willigen Sie in die dazu notwendigen datenschutzrechtlichen Regelungen ein! 
  • Für das Anmeldeverfahren gilt folgendes:
  • Eine Anmeldung ist ab montags 9:00 Uhr bis donnerstags 18 Uhr im gemeinsamen Büro in Delbrück zu den Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 05250 53212 und im Pfarrbüro Hövelhof mittwochs von 9 – 11 Uhr und donnerstags von 15 – 18 Uhr unter der Telefonnummer 05257 930481 möglich. 
  • Die Anmeldung zu den Gottesdiensten kann auch per E-Mail an info@pv-delbrueck-hoevelhof erfolgen. Die E-Mail muss Namen, Vornamen, Adresse, Info ob Kommunionempfang enthalten. Berücksichtigt werden E-Mails, die uns ab Montag 9 Uhr erreichen und bis Donnerstag 18 Uhr eingehen. 
  • Angemeldet werden können einzelne Personen, Ehepaare oder Familien für die direkt folgenden Sonntagsgottesdienste. Es können höchstens 6 Personen mit einer Anmeldung angemeldet werden.
  • Zu den Gottesdiensten werden die Kirchen 30 Minuten vor Beginn geöffnet, bitte desinfizieren Sie sich beim Betreten der Kirche die Hände!
  • Ein Ordnungs- und Empfangsdienst regelt den Zugang zu den Kirchen und weist in der Kirche die Sitzplätze zu. Bitte beachten Sie die Anweisungen des Ordnungs- und Empfangsdienstes und beachten Sie bitte auch die Abstandsmarkierungen vor den Kirchen und in den Kirchen (Kommuniongang). Vermeiden Sie jede Gruppenbildung! Beachten Sie bitte auch die Hinweise und Informationen, die Ihnen in der Kirche mündlich und schriftlich gegeben werden.
  • Wir empfehlen im Gottesdienst dringend das Tragen einer Mund-Nasen-Maske, wie es auch im öffentlichen Bereich vorgeschrieben ist; damit schützen Sie andere!
  • Auf Anweisung des Erzbistums gibt es in den Gottesdiensten keinen Gemeindegesang. Die Gotteslobe in den Kirchen dürfen aus hygienischen Gründen nicht zur Verfügung gestellt werden.
  • Bitte versuchen Sie, möglichst wenige Gegenstände in der Kirche zu berühren: Ablagefläche in den Bänken, Türgriffe und desinfizieren sich beim Betreten und Verlassen der Kirche die Hände (entsprechendes Desinfektionsmittel steht dazu bereit)
  • Tun Sie bitte alles in einer großen Ruhe!
  • Zur Kommunionausteilung formulieren die Rahmenbedingungen des Erzbistums folgendes: „Vor Beginn der Kommunionausteilung desinfizieren sich der Zelebrant und gegebenenfalls weitere daran Beteiligte die Hände. Die hl. Kommunion wird ohne Spendedialog („Der Leib Christi.“ – „Amen“) ausgeteilt. Den Gläubigen wird die hl. Kommunion in angemessenem Abstand z.B. mit einer Zange gereicht oder die Spender tragen Einmalhandschuhe.  –  Die Mundkommunion muss bis auf weiteres unterbleiben.“ Auch beim Kommuniongang ist der Mindestabstand zu beachten!
  • Wir feiern zunächst acht Sonntagsmessen in folgender Ordnung:
    • St. Johannes Baptist, Delbrück:
      • 17.00 Uhr Vorabendmesse
      • 10.30 Uhr Hochamt
    • St. Johannes Nepomuk, Hövelhof:
      • 17.00 Uhr Vorabendmesse
      • 10.30 Uhr Hochamt
    • St. Joseph, Ostenland:
      • 18.30 Uhr Vorabendmesse
      • 07.30 Uhr Frühmesse
    • St. Joseph, Westenholz:
      • 18.30 Uhr Vorabendmesse
      • 09.00 Uhr Hochamt
  • Da die Zahl der liturgischen Dienste auf ein Minimum zu reduzieren ist, werden wir zunächst aus Sicherheitsgründen auf den Dienst Ministranten verzichten müssen. Auch die anderen liturgischen Dienste werden auf die notwendigen Dienste reduziert.
  • Wir werden zunächst noch keine Messintentionen annehmen; jede Heilige Messe wird gefeiert für die Lebenden und Verstorbenen der Gemeinden im Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof. Damit sind immer auch Ihre ganz persönlichen Anliegen und die zuletzt Verstorbenen mit ins Gebet genommen.

Mit Blick auf andere Gottesdienste gelten zunächst folgende Regelungen:

  • Die Feier eines Requiems ist zur Zeit noch nicht möglich; wir bleiben bei der Trauerfeier am Grab bzw. von der Friedhofskapelle ausgehend.
  • Taufen und Trauungen sind aufgrund ihres besonderen, teils mit engerem physischen Kontakt verbundenen liturgischen Charakters zunächst noch nicht bzw. nur im Notfall möglich.
  • Zunächst bis zum 30. Juni entfallen alle Prozessionen.

Die Pfarrheime bleiben auch weiterhin geschlossen!

Unsere Pfarrbüros bleiben für den Publikumsverkehr weiterhin geschlossen; die Pfarrbüros in Delbrück und Hövelhof sind zu den angegebenen Zeiten telefonisch und per Mail zu erreichen.

Für alles Mitdenken, Mittun und Mitbeten danke ich herzlich! 

Bleiben Sie gut behütet!

Im Namen des gesamten Pastoralteams grüßt herzlich

Pfarrer Bernd Haase