Startbereit für neue Aufgaben

Gemeindereferent Christof Stracke beginnt am 1. Mai

Hövelhof. Offiziell beginnt er seinen Dienst als Gemeindereferent am 1. Mai 2020. Tatsächlich hat Christof Stracke seine ersten Umzugskartons aber schon nach Ostern ins Pfarrbüro Hövelhof gebracht und erste Gesichter kennengelernt. Er sitzt, rein räumlich, noch zwischen den Stühlen: Coronabedingt kann er weder den einen Standort ganz verlassen, noch am neuen durchstarten. 

Der gebürtige Lemgoer hat in Paderborn an der Katholischen Fachhochschule, heute KatHO, studiert. Seinen Weg bestimmt haben damals die guten Erfahrungen bei den katholischen Pfadfindern. Christof Stracke sieht zufrieden aus, als er sagt: „So eine Mischung aus Sozialarbeit und Theologie, das war anfangs mein Berufswunsch. Nach zwei Semestern Theologie und Spiritualität hat es mich dann gepackt und mitgerissen und in den Beruf des Gemeindereferenten geführt.“ Er absolvierte sein Anerkennungsjahr in Herford und machte Station in Enger und Erwitte, bevor Hövelhof jetzt zum neuen Arbeitsort geworden ist. 

Fertig eingerichtet ist sein Büro in der Schloßstraße inzwischen. Die schwarzen Kartons sind alle geleert und er könnte loslegen. Wenn es nicht die Corona-Beschränkungen gäbe. „Es ist schon skurril“, sagt Christof Stracke. „Aber es ist eine Chance, nicht sofort ‚in die Vollen‘ zu gehen zu müssen, wie man so schön sagt. An meinem alten Standort in Erwitte kann ich derzeit noch keine Übergaben vollziehen, da keine Treffen möglich sind. Und hier kann ich mich dem pastoralen Team aus den gleichen Gründen nicht bzw. nur im allerkleinsten Kreis und auf Distanz vorstellen. Von der Gemeinde mal ganz zu schweigen.“ 

Die so entstandene Zeit hat der 45-Jährige genutzt, um alle seine Unterlagen durchzusehen. „Zweieinhalb Papiertonnen voll habe ich ausgemistet. Ich starte in Hövelhof also sehr aufgeräumt“, sagt er lachend. In der ersten Zeit wird er demnach Büro-Hopping betreiben, um seinen beiden Pastoralverbünden gerecht zu werden, dem alten und dem neuen. So hatte Stracke kurz vor Toresschluss in Erwitte noch ein neues Projekt gestartet und rund 20 Familien zu Wohnzimmer-Gottesdiensten zusammengeschaltet. Eine andere Form von Live-Stream-Gottesdienst, die sogar interaktiv gestaltet ist. „Ja, es ist wirklich viel im Umbruch“, resümiert er. „Und eben auch im Aufbruch. Das ist das Schöne. Bestimmt hilft uns die momentane Notwendigkeit digitaler Vernetzung, jetzt viel zu lernen. Im Umgang mit der Technik und ihren Möglichkeiten sowie über uns selbst. Und auch, wie Kirche sich entwickeln kann.“ Für sich etwa hat er nach den ersten Übertragungen im Internet festgestellt, dass er seine medialen Moderationskompetenzen gerne weiter verbessern würde.

Das wäre dann ein Gewinn nicht nur für Online-Gottesdienste, sondern auch für seine neuen Hövelhofer Aufgabenfelder. Dazu zählen die Kommunionvorbereitung und die Familienpastoral, für die der geschiedene Vater einer zwölfjährigen Tochter gutes Einfühlungsvermögen mitbringt. Am Herzen liegt ihm zudem die Evangelisierung: In Erwitte initiierte und betreute Christof Stracke einen interkonfessionellen Hauskreis und gründete einen katholischen Männerkreis für Männer zwischen 35 und 55 Jahren. Auch für diesen wird er noch eine persönliche Übergabe organisieren müssen. Wenn es die Corona-Schutzverordnung wieder zulässt. 

Text + Foto: Wortart, Thöring

Christof Stracke folgt auf die Stelle von Gemeindereferentin Michaela Welling, die seit dem 1. September 2019 als eine von zwei Leiterinnen das Pauluskolleg in Paderborn führt. Das Pauluskolleg ist eine Wohn- und Ausbildungsstätte für Studierende der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW, Paderborn, die sich darauf vorbereiten, in den katholischen Diözesen in Nord-, West- und Ostdeutschland als Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten eingesetzt zu werden. Christof Stracke ist neben Bertold Filthaut im Pfarrbüro Hövelhof tätig und als Gemeindereferent für den pastoralen Raum Delbrück – Hövelhof beauftragt.