Ruhe finden – die Seele baumeln lassen – glücklich sein

Besser hätte das Tagesevangelium und der Anlaß eines besonderen Jubiläums der Hövelhofer Pfarrcaritas gar nicht zusammenpassen können. „Kommt alle zu mir … ich werde euch Ruhe verschaffen“, so heißt es bei Matthäus. So etwas wünschen sich die meisten Menschen ja auch für ihre Ferien und ihre Freizeit: Ruhe finden – die Seele baumeln lassen – glücklich sein. Genau das ermöglicht die Hövelhofer Pfarrcaritas seit nun mittlerweile 25 Jahren den Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen. Anläßlich dieses Jubiläums kamen am Samstagabend aktuelle und ehemalige Organisatoren, Helfer, Begleiter und Teilnehmer der beliebten Ferienfreizeit in der Hövelhofer Pfarrkirche zusammen, um mit der Pfarrgemeinde gemeisam Gottesdienst zu feiern.

In seiner Predigt entwickelte Pfarrer Bernd Haase einige Gedanken rund um das „glücklich sein“. So höre sich das Evangelium in seinem letzten Teil fast wie eine Urlaubseinladung an, bei der eine Möglichkeit zum glücklich sein durchscheint, wenn Jesus verspricht: „Kommt alle zu mir, … ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Doch gleichzeitig spricht Jesus auch vom Joch.  „Nehmt mein Joch auf euch, … mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht“. Im Unterschied zu den Glücksbotschaften unserer Zeit vermittle Jesus eben nicht die Illusion, man könne ein Leben ohne Lasten, ohne Verplichtungen, ohne Krankheiten und Sorgen führen, so Pfarrer Haase. Aber Jesus spreche eben auch die Einladung aus, wer bereit sei Jesu Joch auf sich zu nehmen, der könne sicher sein, damit nicht allein zu sein und Menschen an seiner Seite zu haben, die die Lasten des Lebens mittragen.

Und genau an dieser Stelle leiste die Ferienfreizeit für Menschen mit Behinderung einen im tiefsten Sinne des Wortes christlichen Dienst, so Bernd Haase weiter, nämlich die Last einer Behinderung oder Handicaps mitzutragen und einen Ort der Ruhe für die Seele und des glücklichen Miteinanders zu schaffen. In den Begegnungen mit den Menschen der Ferienfreizeit habe Pfarrer Haase gelernt, „was Glück bedeuten kann und wie wenig es manchmal dazu braucht.“ Und so sprach er all denen seinen besonderen Dank aus, die sich aus ihrem Christsein heraus in ihrer Freizeit so für andere Menschen, für Menschen mit Behinderung einsetzen. „Ein wirklich starkes Zeichen und Zeugnis“.

Bei angenehmen Temperaturen bestand im Anschluß an den Gottesdienst auf dem neu gestalteten Kirchplatz die Möglichkeit zu persönlichen Begegnungen. Die Siene Puttkers sorgten mit vertrauten Klängen für gute Laune und speziell beim Hövelhof-Lied stimmten nahzu alle Teilnehmer kräftig mit ein. Im übrigen war bei vielen bereits die Vorfreude auf die kommende Ferienfreizeit im August deutlich zu spüren. Und natürlich fehlte auch nicht die ein oder andere Anekdote aus den zurückliegenden 25 Jahren.

Text und Fotos: Reinhard Sandbothe