Start des Pastoralen Raumes Delbrück-Hövelhof

Die sich verändernden Rahmenbedingungen haben in unserem Erzbistum zu der Entscheidung geführt, die bisherigen Pastoralverbünde, die bei uns aus rechtlich selbständigen Gemeinden bestehen, zu einer größeren Einheit, den sogenannten Pastoralen Räumen zusammen zu führen. So bilden die bisherigen Pastoralverbünde Delbrück und Hövelhof zukünftig den Pastoralen Raum Delbrück – Hövelhof.

Auf dem Hintergrund der schon anfangs erwähnten sich verändernden Rahmenbedingungen (demografischer Wandel, gesellschaftlicher Wandel, Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens und Veränderung in der Kirchenbindung, Rückgang der Zahl der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) müssen wir uns als katholische Kirche – aber auch als Christen überhaupt – die Frage stellen, wie der christliche Glaube in Zukunft in unseren Breiten lebendig und tragfähig bleiben kann, wie das Evangelium zeitgemäß verkündet wird, wie das kirchliche und gottesdienstliche Leben vor Ort aussehen kann und für was wir als Kirche in den einzelnen Orten der Stadt Delbrück und der Gemeinde Hövelhof stehen und gut sind. Der Erzbischof hat das alles in die Frage gekleidet: Wozu bist du da, wozu bist du gut, Kirche von Delbrück, Hövelhof…?
Um sich dieser Frage zu stellen und angesichts der Veränderungen nicht den Kopf in den Sand zu stecken, um konkrete Antworten und Handlungsoptionen zu finden, gibt es den klaren Auftrag des Erzbischofs, uns auf einen Weg zu machen, der den Namen „Pastoraler Prozess“ trägt und an dessen Ende in ungefähr drei Jahren eine sogenannte Pastoralvereinbarung steht, die zu den gestellten Fragen für unseren Pastoralen Raum konkrete Antworten gibt.

Ein erster Schritt war Anfang März die Schulung des leitenden Pfarrers zusammen mit neun weiteren Priestern, die sich mit ihren Räumen auch in diesem Jahr auf den Weg machen. Weitere Schritte sind eine zweitägige Klausur des Pastoralteams zu dieser Thematik und ein Klausurtag der beiden Gesamtpfarrgemeinderäte und von Vertretern aus den Kirchenvorständen, die sich ebenfalls diesem Thema stellen. Eine noch zu bildende Steuerungsgruppe und zwei vom Bistum gestellte Berater unterstützen und leiten den Pastoralen Prozess. Ausdrücklich ist auf diesem Weg, in diesem Prozess die Mitwirkung und Mitgestaltung vieler Menschen gewünscht und gewollt!

Ein erster auch nach außen deutlich sichtbarer Schritt ist der offizielle Start des Pastoralen Prozesses im Rahmen eines Tauferinnerungsgottesdienstes am Sonntag, 2. April um 17.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Delbrück. In der Besinnung auf unsere Taufe, auf unsere gemeinsame Berufung und auf die uns von Gott geschenkten, ganz unterschiedlichen Gaben und Begabungen beginnen wir im Vertrauen auf diesen Gott unseren Weg, brechen wir auf wie so viele Glaubensgestalten der Hl. Schrift und der Kirchengeschichte!

Ich möchte Sie alle herzlich bitten, diesen Weg, diesen Aufbruch, bei dem es um unseren Glauben geht, im Gebet zu begleiten und aktiv mitzugestalten! Ein entsprechendes Gebet wird zu Ostern in allen Kirchen verteilt und Mitwirkungsmöglichkeiten werden noch bekannt gegeben. Mir ist es wichtig, diesen Weg und Prozess vor allen strukturellen und organisatorischen Fragen als einen geistlichen Weg zu verstehen und zu gehen, auf dem die Frage nach dem Willen Gottes für uns und den Pastoralen Raum im Mittelpunkt stehen soll!

Herzlich lade ich alle Menschen in den Gemeinden und Orten unseres Pastoralen Raumes zum Tauferinnerungsgottesdienst am 2. April um 17.00 Uhr nach Delbrück ein. Im Auftrag des Bistums wird der stellvertretende Dechant Pfarrer Martin Beisler aus Salzkotten mit der Übergabe des sogenannten Starterpaketes den Prozess eröffnen.

Als ein äußeres Zeichen für einen hoffentlich gemeinsamen Weg werden in diesem Gottesdienst auch die Osterkerzen gesegnet und an Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Gemeinden und Institutionen übergeben. Die Osterkerzen werden ein einheitliches Motiv tragen, das uns an den Pastoralen Prozess, an die Vielfalt in unseren Gemeinden, an die Suche nach neuen Wegen und unsere feste Verwurzelung in Gott erinnert und mit ihrem Licht Zeugnis gibt für die Gegenwart des auferstanden Herrn mitten unter uns, in dieser Welt, in dieser Zeit, in dieser Kirche!

Bernd Haase, Pfarrer