Sanierung des ehemaligen Küsterhauses

Auf Werbetafeln, Prospekten und auch auf Flaschen mit alkoholhaltigen Getränken ist es zu sehen: Das ehemalige fürstbischöfliche Jagdschloss, erbaut im Jahre 1661, aktuell Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk. Mit den beiden Nachbargebäuden, dem ehemaligen Küsterhaus und der Pfarrscheune bildet das Jagdschloss ein für Hövelhof einmaliges Fachwerkensemble, das für viele Wahrzeichen Hövelhofs ist.
Gebaut im 18. Jahrhundert, sieht man dem ehemaligen Küsterhaus den dringenden Sanierungsbedarf schon rein äußerlich an: Bröckelnder Putz und angefaulte Balken außen lassen erahnen, welche tiefgreifenden Schäden das Innere des aus diesem Grund seit zwei Jahren leerstehenden Hauses verbirgt. Der katholischen Kirchengemeinde als Eigentümerin ist es ein wichtiges Anliegen, dieses einmalige Fachwerkensemble zu erhalten und zu nutzen. Das kann sie allerdings nicht allein!

Nach intensiven Gesprächen und Überlegungen im Kirchenvorstand, mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat und mit der Gemeinde Hövelhof ist für das ehemalige Küsterhaus ein Zukunftskonzept entstanden, das dem Anliegen des Erhaltes und einer gemeinsamen Nutzung entspricht: Nach der Grundsanierung des Hauses, die nach Plänen und unter der Leitung des Architekturbüros „architektur-werk-stadt“ aus Paderborn erfolgt, wird die Sennegemeinde als Mieter die untere Etage des ehemaligen Küsterhauses mit der Touristeninformation und der Stabsstelle Marketing nutzen. Die obere Etage, die an der Rückseite des Hauses über ein separates Treppenhaus mit Aufzug erschlossen wir, nutzt der Pastoralverbund Hövelhof für ein funktionales Pfarrbüro mit Front- und Backoffice sowie zwei Büros für die Gemeindereferentin und den Gemeindereferenten. So ist sichergestellt, dass auch über das Jahr 2019 hinaus (Fusion der Pastoralverbünde Delbrück und Hövelhof zum Pastoralen Raum Delbrück-Hövelhof) ein Pfarrbüro vor Ort bleibt.

Damit kann der Erhalt des Gebäudes durch die enge Zusammenarbeit von politischer Gemeinde und Kirchengemeinde langfristig im öffentlichen Interesse sichergestellt werden. Naturgemäß verursacht die Grundsanierung eines Fachwerkgebäudes hohe Kosten. So betragen die Gesamtkosten der Sanierung 850.000,- €. Davon kommen aus Kirchensteuermitteln maximal 643.000,- €. Dank des Engagementes der Gemeinde Hövelhof wird die Sanierung durch öffentliche Mittel unterstützt. Dabei belaufen sich die förderfähigen Kosten auf 208.000,- €: 70% davon fördern der Bund und das Land, den Restbetrag in Höhe von knapp 63.000,- € trägt die Gemeinde Hövelhof. Nach Genehmigung durch das Erzbischöfliche Generalvikariat und Eingang des Bewilligungsbescheides ist mit der Ausschreibung der Gewerke begonnen worden. Der Baubeginn ist für das Frühjahr geplant; wir hoffen, Ende des Jahres, spätestens aber Anfang 2016 in das frisch sanierte Gebäude einziehen zu können.

Text: Pastoralverbund Hövelhof
Foto: Reinhard Sandbothe (2013)